PROJEKTE

Samia J. Aden, Universität Kassel

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Sozialisation mit dem Schwerpunkt Migration und interkulturelle Bildung; s.aden_@_uni-kassel.de

Aktuelles Projekt:

Adoleszente Sozialisationsprozesse in transnationalen sozialen Räumen am Beispiel Jugendlicher in und aus Somalia (Arbeitstitel)

Ziel des Dissertationsprojekts ist die Erfassung von Entwicklungsbedingungen und -verläufen junger Menschen im Kontext von Flucht und Asyl. Gefragt wird nach adoleszenzspezifischen Sozialisationsprozessen in transnationalen Sozialräumen, die sich zwischen Somalia und Deutschland aufspannen. Ausgehend von der Annahme einer überwiegend westlich-industriellen Adoleszenzforschung und der Kritik des "methodologischen Nationalismus" (Wimmer/Glick-Schiller 2002), werden anhand der Multi-Sited Ethnography nach Marcus (1995) sowie problemzentrierten Interviews nach Witzel (1985) Daten in Somalia und Deutschland erhoben.

Caroline Assad, CamP Group gGmbH Berlin

Junior Researcher and Project Manager
caroline_@_camp-group.org

Aktuelles Projekt:

"Willkommensklassen"

This project investigates the different perspectives on the highly heterogeneous learning setting of welcome classes "Willkommensklassen" in the German educational discourse. The format by which refugee children and youth are "welcomed" into the German society is often left without critical investigation.

This comprehensive Grounded Theory study aims at re-assessing welcome classes. The ambivalence of inclusion and exclusion created by this setting is central to the research. In-depth interviews as well as short focused interviews with teachers, social workers and students of welcome classes are used in this study.

Adele E. Clarke's critical work on Grounded Theory and transforming it into a deeper approach by adding to it the Situational Analysis has inspired this research. Clarke sees Grounded Theory as rooted in Chicago Sociology, Discourse Analysis, Symbolic Interactionism, and Pragmatist Philosophy.

Fallon Tiffany Cabral, Pädagogische Hochschule Freiburg

& Alice Salomon Hochschule Berlin
PHD candidate; fallon.cabral_@_stud.ph-freiburg.de

Aktuelles Projekt:

Negotiations of racism and 'race' in the family* (working title)

Through my phd project I want to explore how racisms, 'race' in its intersections with class, gender, and other social categories, and (own) experiences with Everyday Racism are negotiated in families* in the postcolonial and post-National Socialist german society. I work with a queer feminist notion of families* that is not limited to biological ties. My research focusses on the significances these 'familial' negotiations can have for subjectivation processes of black subjects and subjects of color.

Arzu Çiçek

Bergische Universität Wuppertal, Fakultät für Erziehungswissenschaft

Aktuelles Projekt:

Nullpunkte der Identität. Zu internen Selbstüberschreitungen von Zugehörigkeitsdiskursen. - Eine migrationspädagogische Derridalektüre.

In meiner Untersuchung führe ich Derridas Ethik der Gabe in die migrationspädagogische Problematisierung von Zugehörigkeitsordnungen ein. Pädagogische Verhältnisse betrachte ich als vermittelte und vermittelnde Verhältnisse. Mit Derrida erörtere ich, was im Ereignis mediatisierter Vermittlung stattfindet. Unter diesem Gesichtspunkt lässt sich zeigen, dass die darin umlaufenden Repräsentationsschemata (Ordnungen und Zeichen) sich auf das, was sie referieren, in Form diskursiver Zuschnitte überschreiten. Die Ethik der Gabe macht nun das Recht dessen geltend, was in Verhältnissen mediatisierter Vermittlung unverfügbar bleibt. Von dieser Unverfügbarkeit aus erörtere ich die Frage pädagogischer Verantwortung mit Jacques Derrida.

Prof. Dr. María do Mar Castro Varela, Alice-Salomon-Hochschule Berlin

Professorin für Soziale Arbeit und Allgemeine Pädagogik; castrovarela _@_ web.de

Aktuelles Projekt:

Democracy, Education and Epistemic Change

The project seeks to investigate and outline the function of education in coming to terms with the legacies of colonialism and the Holocaust, as well as in envisaging democratic utopias in a postcolonial, post-fascist world. The precarity of democracy becomes obvious when the tension between the rhetoric of popular sovereignty, equality, freedom and liberty, and the ideology of totalitarianism, which threatens democracy from within, escalates into extreme forms of legitimized violence. Slavery, colonialism and the Holocaust, which were all justified by discourses of civilization and racial supremacy, are historical examples of such violence. Regrettably, current debates on de-democratization and post-democracy seldom engage with the role of education while dealing with historical violence and in charting new directions for democracy in a global age. In contrast, the project addresses the challenge of epistemic change and cognitive justice in processes of decolonization and democratization.

Lalitha Chamakalayil, Fachhochschule Nordwestschweiz

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut Kinder- und Jugendhilfe, Hochschule für Soziale Arbeit; lalitha.chamakalayil -@- fhnw.ch

Aktuelles Projekt:

Aushandlungsprozesse und Positionierungsversuche in Verhältnissen sozialer Ungleichhheit

Leila Haghighat, Universität für Angewandte Kunst in Wien

Doktorandin; Kulturschaffende in Berlin; lahaghighat _@_ gmail.com

Zwischen Befriedung und Selbstermächtigung. Eine Analyse partizipativer Praktiken in der Kulturellen Bildung im Kontext urbaner Transformationsprozesse

Kulturelle Bildung impliziert das Arbeiten an der Schnittstelle von Kunst und Bildung. Zwei Bereiche, in denen Antonio Gramsci zufolge hegemoniale Verhältnisse ausgehandelt werden. Vor dem Hintergrund von gegenwärtigen Gentrifizierungsprozessen mit einhergehenden Verdrängungseffekten und anhand des Projektes Wir wohnen, wie wir wollen, das Künstler*innen mit Nachbarschaften in Berlin, Istanbul und Marseille involviert, verfolgt die Dissertation, die Wirkungen von Projekten Kultureller Bildung zwischen Reproduktion und Transformation gesellschaftlicher Ordnungen auszuloten. Aus einer hegemoniekritischen und postkolonialen Perspektive stehen dabei Fragen nach Partizipation, Repräsentation - wer für wen und unter welchen Bedingungen spricht - und Möglichkeiten epistemischer Teilhabe durch Kunst von sozialen Gruppen im Fokus der Untersuchung.

Dr. Alisha M.B. Heinemann, Universität Bielefeld

Vertretungsprofessur für Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Migration;
alisha.heinemann _@_ uni-bielefeld.de

Aktuelles Projekt:

Der Deutschkurs im Kontext von Flucht und Asyl
Hegemoniekritische Analyse des Lernens und Lehrens in Deutschkursen für Geflüchtete in den Migrationsgesellschaften Deutschland und Österreich

Im Rahmen der qualitativ angelegten Studie, wird die gegenwärtige Situation des Deutsch Lehrens und Lernens unter haupt- und ehrenamtlichen Bedingungen im Kontext der Flüchtlingskurse in Deutschland und Österreich, unter verschiedenen hegemoniekritischen Fragestellungen betrachtet. Ziel ist es, nachzuvollziehen, welche Normalitätsannahmen aktuell unter dem Stichwort "Deutschkurse für Geflüchtete" sowohl in ehrenamtlichen als auch in professionellen Zusammenhängen verhandelt und vermittelt werden und die damit einhergehenden Anrufungen kritisch im Hinblick auf die Lern- und Subjektivierungsprozesse zu befragen.

Es werden dazu im Rahmen einer Methodentriangulation drei verschiedene Perspektiven mit in die Auswertung genommen. So werden a) Interviews mit ehrenamtlichen und hauptberuflichen Deutschkursleiter.innen durchgeführt, die Kurse für Geflüchtete leiten, b) Deutschkurse für Geflüchtete teilnehmend beobachtet sowie c) Lehrwerke analysiert, die staatlicherseits für Deutschkurse lizensiert wurden.

Natascha Khakpour, Universität Wien

Prae-doc Assistentin, Arbeitsbereich Deutsch als Zweitsprache;
natascha.khakpour _@_ univie.ac.at

Aktuelles Projekt:

Scheitern an Schule? Zur Produktion "bildungsferner" Subjekte im konzeptionell deutschsprachigen Schulsystem (Arbeitstitel)

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, welcher Rolle der hegemonialen Sprache Deutsch im konzeptionell deutschsprachigen Schulsystem Österreichs zukommt, wenn es um die (Re-)Produktion sozialer Ungleichheit geht. Dabei gehe ich davon aus, dass Sprache, gefasst als soziale Praxis, auf der formalen Ebene, wie der Regulierung von Zugang zu schulischer Bildung sowie auf der Ebene von Interaktion zwischen schulischen Akteur_innen für die Legitimation von Ein- und Ausschlüssen herangezogen wird. Von besonderer Relevanz erscheint dies für die Gruppe jener "neu zugewanderter Schüler_innen", die mit geringen Deutschkenntnissen eingeschult werden. Unter einer subjektorientierten Perspektive und durch Erhebung von Form von qualitativer Interviews, frage ich danach, welche Erfahrungen jene Jugendliche in der Schule gemacht haben und wie sie sich zu diesen verhalten.

Saphira Shure, Universität Oldenburg

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Center for Migration, Education and Cultural Studies (CMC)

Aktuelles Projekt:

Praktiken der De_Thematisierung migrationsgesellschaftlicher Differenz(ordnungen) - Eine machtkritische Annäherung an den Kontext Lehramtsstudium

Im Zentrum der Untersuchung steht die Auseinandersetzung mit dem Lehramtsstudium in der Migrationsgesellschaft, das einen bedeutsamen institutionalisierten Bildungskontext für angehende Lehrer/innen darstellt. Dem liegt ein Verständnis von Kontext zugrunde, das diesen nicht als natürlich gegeben oder geschlossen versteht, sondern als durch vielfältige Praktiken hergestellt begreift.

Das im Rahmen des Forschungsprozesses generierte Material wird anhand eines interpretativen Zugangs und unter dem Fokus auf Thematisierungspraktiken migrationsgesellschaftlicher Differenzordnungen analysiert. Die spezifischen Thematisierungspraktiken, die im Zuge der Auseinandersetzung mit dem Material und unterschiedlichen (u.a. diskurstheoretische, praxeologische, machttheoretische) Theorieperspektiven zum Gegenstand der Untersuchung geworden sind, fasse und bearbeite ich als Praktiken der De_Thematisierung. De_Thematisierungspraktiken verstehe ich unter anderem als machtvolle Einsätze im Hinblick auf Wissen und Bedeutung, die beispielsweise den Kontext Lehramtsstudium (als Kontext in migrationsgesellschaftlichen Verhältnissen) konstituieren.

Carolina Tamayo Rojas,
Dozentin an der Alice Salomon Hochschule Berlin und der Universität Bielefeld, Gender Studies

Aktuelles Projekt:

Alternativen zur Entwicklung: Selbstbestimmung und indigener Widerstand.

Politische Eingliederung der Gemeinschaften in der Nordanden Region und die Kontinuität des ethnischen-kulturellen Austausches.

Das Erkenntnisinteresse des Promotionsvorhabens liegt in der Analyse der Kontinuität des Austauschs und der Kooperation zwischen Nord-Quechua sprechenden indigenen Anden- Gemeinschaften aus der Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Ecuador. Durch die eigene indigene Praxis wird versucht Basis-Initiativen zu identifizieren und die Entstehung alternativer sozialer, kultureller und politischer Vorschläge zur "Entwicklung" zu erforschen. Auch möchte diese Forschung zeigen, dass die Aufrechterhaltung tausendjähriger Austausch-Praxis die Bildung supralokaler und regionaler Räume ermöglicht, in denen sich politische und soziale Forderungen konkretisieren und vereinbaren. Der Forschungsgegenstand fokussiert die Inga indigene Gemeinschaft, die eine grenzübergreifende Anden-Gemeinschaft ist. Spezifisch zentriert sich die Forschung auf das Inga Anden-Reservat in Aponte, Nariño-Kolumbien. Die Inga Gemeinschaft hat eine breite Migrationstradition und zeichnet sich durch eine ständige Mobilität aus, die nicht nur durch kommerzielle Beziehungen mit anderen indigenen Bevölkerungsgruppen der Region entstanden ist, sondern auch durch die Anwendung traditioneller Medizin. Diese impliziert unterschiedliche Aktivitäten der Heilungen und der Anpflanzungen sowie auch einen regelmäßigen Austausch mit anderen indigenen Bevölkerungsgruppen und Gemeinschaften über das Ahnenwissen der Nutzung von Pflanzen (auch als ethnisch-kulturelle Austausch bekannt). Die Kontinuität dieses Austausches hat kulturelle Netzwerke und Räume in der Nordanden-Region entstehen lassen, die es zu betrachten gilt, da hier auch politisch agiert wird.